Juni 8

Spanntechnik in der Automobilindustrie: Anforderungen, Lösungen und was wirklich zählt

Spanntechnik in der Automobilindustrie:

Anforderungen, Lösungen und was wirklich zählt

Karosserieteile, Getriebegehäuse, Bremssättel, Lenksäulen – in der Automobilfertigung wird jedes Bauteil gespannt, bearbeitet und wieder freigegeben. Was dabei oft unterschätzt wird: Die Spanntechnik entscheidet maßgeblich darüber, ob Taktzeiten eingehalten werden, ob Ausschuss entsteht und ob eine Linie wirtschaftlich läuft.

Dieser Artikel zeigt, was Spanntechnik in der Automobilindustrie leisten muss – und welche Lösungen sich in der Praxis bewährt haben.

Was die Automobilfertigung von der Spanntechnik verlangt

Die Anforderungen in der Automobilindustrie unterscheiden sich deutlich von denen in der Einzel- oder Kleinserienfertigung. Hier geht es nicht um Flexibilität im Sinne von „jeden Tag ein anderes Werkstück“, sondern um absolute Zuverlässigkeit bei hohen Stückzahlen.

Konkret bedeutet das:

  • Millionen von Spannzyklen über die Laufzeit einer Linie – ohne die Prozesssicherheit zu gefährden
  • Taktzeiten von wenigen Sekunden, in denen gespannt, bearbeitet und gelöst werden muss
  • Hohe Wiederholgenauigkeit, damit jedes Bauteil in exakt derselben Lage bearbeitet wird
  • Sicherheit gegen Späne, Kühlmittel und Vibration – die Spanner müssen unter realen Fertigungsbedingungen zuverlässig funktionieren
  • Einfache Integration in Vorrichtungen, die oft von externen Vorrichtungsbauern konstruiert werden

 

Hydraulisch oder pneumatisch – was passt wann?

In der Automobilfertigung kommen beide Antriebsprinzipien zum Einsatz – je nach Aufgabe und Prozess.

Pneumatische Spanntechnik: Schnell, sauber, bewährt

Für Schweißvorrichtungen in der Karosseriefertigung sind pneumatische Kniehebelspanner die Standardlösung. Sie schalten schnell, sind einfach zu steuern und lassen sich problemlos in bestehende Druckluftversorgungen integrieren.

TÜNKERS – einer der erfahrensten Hersteller in diesem Bereich – bietet pneumatische Schwenk- und Kniehebelspanner, die für über eine Million Lastspiele ausgelegt sind. Das ist in der Automobilbranche keine Marketingaussage, sondern eine Mindestanforderung.

BSD Spanntechnik führt das TÜNKERS-Programm in Österreich und berät bei der Auswahl der passenden Baureihe für die jeweilige Vorrichtungsaufgabe.

 

Hydraulische Spanntechnik: Kraft dort, wo sie gebraucht wird

Sobald es um hohe Spannkräfte bei kompakter Bauform geht – etwa bei der Bearbeitung von Fahrwerksteilen – sind hydraulische Spanner die richtige Wahl.

ROEMHELD – ist hier der führende Hersteller, dessen hydraulische Schwenkspanner, Zentrikelemente und Stützelemente in zahllosen Automobilvorrichtungen weltweit eingesetzt werden. Die Produktpalette reicht von einfachen Einzelspannern bis hin zu kompletten hydraulischen Spannsystemen mit zentraler Druckversorgung.

Was ROEMHELD in der Automobilindustrie auszeichnet:

  • Hohe Spannkräfte bei kleiner Baugröße – ideal für enge Vorrichtungen mit vielen Funktionen
  • Modularer Aufbau – Spanner, Stützelemente und Zentrierbolzen lassen sich zu kompletten Spannsystemen kombinieren
  • Prozesssicherheit durch optionale Spannzustandsabfrage – die Steuerung weiß, ob das Werkstück korrekt gespannt ist
  • Bewährte Dichtungstechnik für den Einsatz unter Kühlmittel und Spänen

Was ist der Unterschied zwischen Schwenkspanner und Kniehebelspanner?

Ein Schwenkspanner dreht seinen Spannarm beim Spannen zur Seite weg und schwenkt dann auf das Werkstück. Das schafft Platz beim Be- und Entladen. Ein Kniehebelspanner arbeitet mit einer Kniehebelkinematik, die eine sehr hohe Spannkraft bei geringem Betätigungsdruck ermöglicht. Beide Prinzipien sind in der Automobilindustrie weit verbreitet – die Wahl hängt vom verfügbaren Bauraum und der geforderten Spannkraft ab.

Nullpunktspannsysteme für den Vorrichtungswechsel

In modernen Automobilwerken werden auf einer Linie oft mehrere Bauteil-Varianten produziert. Das erfordert einen schnellen Vorrichtungswechsel – ohne lange Stillstandzeiten.

Nullpunktspannsysteme von STARK ermöglichen genau das: Vorrichtungen werden auf einem definierten Nullpunkt aufgebaut und können in Sekunden gewechselt werden – mit einer Wiederholgenauigkeit von unter 0,005 mm. Kein Nachjustieren, kein Nachmessen.

Das ist besonders relevant in der Bearbeitung, wo Motorenteile oder Fahrwerksbauteile in unterschiedlichen Varianten auf demselben Bearbeitungszentrum gefertigt werden.

 

Was wirklich zählt: Der Blick auf den Gesamtprozess

Die Frage, welches Spannsystem das richtige ist, lässt sich nicht aus dem Katalog beantworten. Sie hängt vom Werkstück, vom Maschinenkonzept, von der Taktzeit und von der Vorrichtungskonstruktion ab.

BSD Spanntechnik unterstützt Fertigungsbetriebe in Österreich dabei, diese Entscheidung fundiert zu treffen – herstellerübergreifend, mit Erfahrung aus dem Vorrichtungsbau und mit direktem Zugang zu den Produktprogrammen von ROEMHELD und TÜNKERS.

Ob Sie eine neue Vorrichtung planen, eine bestehende optimieren oder auf eine neue Bauteilfamilie umrüsten möchten – wir kommen gerne vorbei und schauen uns die Aufgabe gemeinsam an.

Interesse an einer konkreten Lösung für Ihre Fertigung?

Wir beraten Sie persönlich – herstellerübergreifend und mit Blick auf Ihre spezifische Aufgabe.

BSD Spanntechnik GmbH

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